Konzeptionsauszug

Kreativität und Fantasie

Da es im Wald keine vorgefertigte Spiel- oder Bastelmaterialien gibt, werden Fantasie und Kreativität des Kindes besonders angeregt. Ein gefundener Stock z.B. dient als Wanderstab oder Flöte, Schwert, Ruder, Krücke, Zauberstab oder gibt mit ein paar Kastanien einen prima Kochlöffel ab. Ein Baumstamm dient als Tisch, Herd oder Ladentheke - und vieles mehr.

 

Soziales Verhalten, Sprache und Persönlichkeitsentwicklung

Im Naturkindergarten sind die Kinder nicht durch vorgegebenes Spielzeug abgelenkt und werden stärker angeregt miteinander zu sprechen. Dies führt zu intensiveren Freundschaften und fördert die Konfliktfähigkeit und Konfliktbewältigung.
Ein Kindergarten ohne „Tür und Wände" hat einen geringen Geräuschpegel und bietet genügend Platz für jeden. Dies vermindert die Entwicklung von Aggressionen und Stresszuständen.

 

Neugier, Spannung, Abenteuerlust

Für die Kinder sind auch kleine Dinge spannend: in einem Erdloch tasten, ein Tier entdecken, an einem Stock schnitzen etc.. Die Neugier wird täglich aufs Neue geweckt und aus ihr ergeben sich dann Lernerfahrungen. Die Kinder können ihre Abenteuerlust ausleben. 

 

Bewegung und Aktivität

Der Freiraum und die Vielfältigkeit des Waldes bieten zahlreiche Bewegungsherausforderungen. Dies fördert die Koordination des Bewegungsablaufes und die Kondition wird verbessert. Tannennadeln aufheben, Kränzchen flechten oder auch der Umgang mit Werkzeug, tragen zur Entwicklung der Feinmotorik bei.

 

Naturerleben und Umweltschutz

Die Kinder erleben bewusst die Natur, sie lernen in ihr zu leben und sorgsam mit ihr umzugehen. Der jahreszeitliche Rhythmus und die Abläufe des Naturkreislaufes werden unmittelbar erlebt.

 

Gesundheit

Das Immunsystem wird gestärkt und verringert die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten. Die Ansteckungsgefahr ist draußen geringer. Die Bewegung in oft wechselndem Terrain kräftigt die Muskulatur und fördert die Körperbeherrschung. Dies wirkt der Entstehung von Haltungsschwächen entgegen. Ohne die ständige Überflutung mit störenden, Stress auslösenden Faktoren, sind die Kinder ausgeglichener und zufriedener. Die Konzentrationsfähigkeit wird gefördert

 

Individuelle und altersgerechte Förderung

Für alle Kindergartengruppen finden regelmäßige Einzeltreffen statt. Dort werden verschiedene Themen bearbeitet, die für diese Altersgruppe spezifisch sind. Der Naturkindergarten nimmt regelmäßig bei den Fortbildungen „Im Haus der kleinen Forscher“ teil. Ziel ist es, die Neugier der Kinder auf alltägliche naturwissenschaftliche Phänomene zu fördern und eine positive Einstellung zu Naturwissenschaft und Technik zu vermitteln.

 

Organisation im Naturkindergarten

1. Personal

Der Naturkindergarten wird durch eine staatlich anerkannte Erzieherin geleitet. Sie wird bei ihrer Arbeit, je nach Gruppengröße, durch eine oder zwei weitere Erzieherinnen unterstützt. Praktikanten, SchülerInnen und AnerkennungspraktikantInnen, aber auch FSJ-ler oder FÖJ-ler können die Arbeit im Kindergarten unterstützen. Der Kindergarten ist eingruppig mit bis zu 20 Kindern.

 

2. Beiträge

Die Beiträge des Naturkindergartens richten sich nach den Sätzen für den Regelkindergarten der Gemeinde Bodelshausen mit der entsprechenden Betreuungszeit. Die aktive Mitgliedschaft im Trägerverein des Naturkindergartens Märchenwald ist für die Aufnahme eines Kindes erforderlich. Die komplette Familie wird aufgenommen.

 

3. Öffnungszeiten

Die täglichen Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 7.30 Uhr bis 13.30 Uhr.
Die Bringzeiten sind 7.30 Uhr oder 8.30 Uhr. Die Abholzeiten sind 12.30 Uhr oder 13.30 Uhr. Es sind keine anderen Zeiten möglich. Es kann ein Mittagessen bestellt werden. Kennzeichen des Kindergartens sind die Anzahl der geringen Schließtage. Die Einrichtung hat an so genannten Brückentagen, eine Woche im Sommer und zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen.

 

4. Versicherung

Der Versicherungsschutz wird durch den Verein geleistet und gleicht dem des Regelkindergartens.

 

5. Versorgung

Die Erzieherinnen führen einen Trolley mit, in dem ein Sanitätskasten, ein Handy für Notfälle, Ersatzkleidung für die Kinder, ein großer Wasserkanister mit warmem Wasser, Seife, Handtücher, Toilettenpapier und eine Schaufel mitgenommen werden. Weiter sind Bastelmaterial, Werkzeuge und Lupen für die Kinder, aber auch Malutensilien und Bestimmungsbücher sowie verschiede Listen dabei. Jedes Kind führt einen Rucksack mit sich, der ein herzhaftes Vesper, eine Getränkeflasche, eine Sitzunterlage, zwei kleine Handtücher und eine Nagelbürste beinhaltet. Das Mittagessensgeschirr wird bei den Erzieherinnen abgegeben.

 

6. Gesunderhaltung

Die Kinder tragen das ganze Jahr lange Hosen, Oberteile mit langen Armen sowie eine Kopfbedeckung, um vor Witterung, Verletzungen und Zecken geschützt zu sein.
Grundsätzlich werden die Kinder dazu angehalten, nichts vom Boden oder von Pflanzen zu essen. Vor dem Essen werden die Hände gründlich mit Lavaseife gereinigt, um der Gefahr des Fuchsbandwurms vorzubeugen. Auch wurde dazu ein speziell für den Naturkindergarten festgelegter Hygieneplan erstellt, der vom Gesundheitsamt abgenommen wurde.
Zur Vermeidung von Unfällen zieht sich die Gruppe bei Unwettern in die Hütte zurück. Die Wälder werden nach Unwettern oder starken Schneefällen auf Astbruch kontrolliert. Bei der Durchführung von Waldarbeiten wird der entsprechende Waldabschnitt gemieden.

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